Top-Weine aus Arribes – das Weingut El Hato y el Garabato

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Arribes ist eines von mehreren Anbaugebieten in Spanien, die sich am Fluss Duero entlangziehen. Es befindet sich direkt an der Grenze zu Portugal – auf dessen Seite wird der Duero zum „Douro“ und mündet bei Porto in den Atlantik. Die Landschaft in Arribes ist mitunter spektakulär: Der Duero fließt durch Schluchten und eine wilde Natur. Teils befinden sich Weinlagen an den Steilhängen zum Fluss. Größtenteils erstrecken sie sich auf einem darüber liegenden Plateau.

Arribes ist ein junges und weitgehend unbekanntes Weingebiet. Den D.O.-Status erhielt die Appellation im Jahr 2007. Mit knapp 300 Hektar Rebfläche zählt es außerdem zu den kleinsten Anbaugebieten Spaniens. Dafür beherbergt es einen Schatz an selten vorkommenden lokalen Rebsorten wie Juan Garcia, Rufete, Bruñal und Doña Blanca (Malvasía Castellana). Diese Trauben ergeben mitunter ausgezeichnete Weine, so wie beim Weingut El Hato y el Garabato, welches wir im Folgenden vorstellen.

El Hato y el Garabato – ein junges Weinprojekt in Arribes

El Hato y el Garabato ist das Familienweingut des Winzers José Beneitez und seiner Frau Liliana Fernández. Im abgelegenen Grenzland zu Portugal bewirtschaften sie acht Hektar Rebland, die sich auf 25 Parzellen verteilen. Der Weinanbau erfolgt nach biologischen Maßstäben.

José Beneitez studierte Umwelttechnik und hatte ursprünglich einen Job als Förster. Als er von seinem Großvater mehrere Weinberge mit 80 bis 120 Jahre alten Reben erbte, entschieden sich er und Liliana für ein eigenes Weingut. José studierte daraufhin Önologie und Weinbau in La Rioja, und er durchlief mehrere Praxisstationen bei Weingütern in Spanien, Portugal, Kalifornien und Australien. Im Jahr 2015 machte er sich dann an seine eigene Weinproduktion in Arribes.

José Beneitez und Liliana Fernandez sind El Hato y el Garabato
José Beneitez und Liliana Fernandez sind El Hato y el Garabato

In Bezug auf das Terroir bei El Hato y el Garabato sind vier Faktoren hervorzuheben: 

  • Die alten Weinberge mit autochthonen Rebsorten wie Juan Garcia und Doña Blanca. Die Parzellen befinden sich auf einem Hochplateau über der Schlucht des Duero.
  • Granitsandböden und Schieferböden. Sie sind arm an Nährstoffen und gut wasserdurchlässig. Das heißt, die Reben müssen tief wurzeln, um in tieferen Schichten an Feuchtigkeit zu kommen.
  • Ein Klima mit atlantischen, mediterranen und kontinentalen Einflüssen
  • Hochlagen von bis zu 800 m.ü.NN. Diese Höhenlagen bedingen große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, was den Reifezyklus der Trauben verlängert und Beeren mit guten Säurewerten ergibt.

Aus dieser Kombination entstehen frische, mineralische und individuelle Weine. Im Keller stampfen José und Liliana die Trauben wie das in alten Zeiten üblich war mit Füßen. Das ist schonender, als wenn die Trauben mit einer Maschine entrappt werden. Diese schonendere Vorgehensweise bedeutet wiederum, dass weniger Extraktion zwischen Beerenschalen und Saft stattfindet. Die Rotweine fallen dadurch etwas heller und eleganter aus. Vergoren werden die Trauben mit den Rappen spontan, also ohne Zugaben von Zuchthefen.

El hato y el garabato

Die autochthone Rebsorte Juan Garcia

In Spanien tragen Rebsorten manchmal männliche Namen. Am bekanntesten ist diesbezüglich gewiss die Weißweintraube Pedro Ximènez (PX) in Andalusien. In der D.O. Arribes ist Juan García die Hauptrebe im Gebiet, und ebenso kommt sie in den Weinbergen von El Hato y el Garabato am häufigsten vor.

Juan Garcia ist eine rote Traube, die äußerst feine und elegante Weine zu ergeben vermag. Es gibt sogar Leute, die sie mit der Pinot Noir vergleichen. Wie Pinot Noir verfügt die Juan García über dünne Beerenhäute. Ihre Weine fallen somit weniger farbintensiv aus, wie wir es zum Beispiel von mediterranen Rebsorten wie Syrah kennen. Wie die Pinot Noir bevorzugt auch die Juan García ein etwas kühleres Klima. Ihre Trauben entwickeln dann eine gute natürliche Säure. Bei extremer Hitze könnten außerdem die dünnen Schalen platzen. 

Eine verwandtschaftliche Beziehung zur Pinot Noir besteht allerdings nicht. Im Gegensatz zur Pinot Noir sind die Beeren der Juan García außerdem dick, weshalb die Traube in Portugal auch “Negra Gorda” (“Schwarze Dicke”) genannt wird. Die Rebe entstammt auch genau diesem portugiesisch-spanischen Raum. Sie ging aus einer Kreuzung der weißen Cayetana und der roten Alfrocheiro hervor. Erstgenannte Sorte ist Spanisch, während letztere aus Portugal kommt.

Uralter Juan Garcia-Rebstock bei El Hato y el Garabato, D.O. Arribes
Uralter Juan Garcia-Rebstock bei El Hato y el Garabato

El Hato y el Garabato – Weine aus Juan Garcia & mehr

Wie es für Spanien recht üblich ist, handelt es sich bei den alten Weinlagen von El Hato y el Garabato um Mischsätze. Das heißt, neben der Hauptsorte Juan Garcia kommen zahlreiche weitere Rebsorten im selben Weinberg vor.

Der fantastische Rotwein Sin Blanca besteht beispielsweise zu etwa 85 Prozent aus Juan Garcia. Die restlichen Prozent stellen die roten Trauben Rufete, Bastardo und Bruñal. Sin Blanca ist ein eleganter und strukturierter Rotwein mit einer atlantisch kühlen Anmutung.

Ebenfalls zu etwa 85 Prozent aus Juan Garcia gekeltert, ist der Roséwein La Xefa. Dieser anspruchsvolle Rosé ist ein unkonventioneller Naturwein mit mineralischem Charakter, mit Spannung und Zug und fabelhafter Frische.

Das Top-Gewächs im Portfolio ist der Einzellagenwein De Buena Jera. Dies ist ein sortenreiner Juan Garcia aus 120 Jahre alten Reben. Die Parzelle ist klein, die Erträge gering, entsprechend gelangen nur knapp 1000 Flaschen pro Jahrgang in den Handel.

Last, but not least keltern José und Liliana den Weißwein Otro Cuento aus der weißen Traube Doña Blanca. Der Wein zeichnet sich durch eine packende Säure und Mineralik aus. Es ist ein Wein abseits der üblichen Geschmacksmuster und etwas für aufgeschlossene Genießer.

Erhältlich sind die Weine von El Hato y el Garabato im Shop bei Vino&Alma.

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